Jazz-Happening vom 17. Mai 2019 Gasthof Linde Mühlethal

Zofingen: Der „jazzclub-zofingen“ (jcz) lud zum Konzert mit der „Jenson Jazzband“

Klaus Plaar

Letzten Freitagabend ging ab 20 Uhr das traditionelle Jazz-Happening über die Bühne der „Linde“ in Mühlethal; Ab 18 Uhr und auch während des Konzerts der „Jenson Jazzband“ hatte das Team des Gasthofs „Linde“ Speis‘ und Trank aus der vorzüglichen Küche empfohlen. Der Saal war vollbesetzt! Die „Jenson Jazzband“ spielt fetzigen, unterhaltsamen Oldtime Jazz, klassischen Dixieland und Swing, aber auch schon mal Blues. Dank Spielfreude, Spontaneität und reicher musikalischer Erfahrung aus Profizeiten können die sechs Musiker aufeinander eingehen. Die einzelnen Musiker waren vor der Gründung der  „Jenson Jazzband“ in bekannten Formationen des In- und Auslandes tätig. Es spielten: Ruedi Morgenthaler (bjo), Gregor Bruhin (tp, voc.), Daniel Sernatinger (cl, s, ss), Matthias Jenny Bandleader, tb, voc.), Hanspeter Hotz (b.) und Flavio Ferrari (dr., voc.).

Immer wieder Swing

Mit dem Klassiker „ In the shade of the apple tree“ wurde das Konzert punkt 20 Uhr eröffnet. Abwechselnd kam jeder der sechs Musiker zu einem Solo. Der Schlagzeuger zeigte sofort was er drauf hat! Andreas Krenger, Präsident des jcz, begrüsste das zahlreiche Publikum zu einem Abend mit Dixieland, Oldtime, Swing und gutem Essen. „Big Butter And Egg Man“ ist ein Thema der älteren Jazzstile in 32 Takten. Das Stück wurde vor allem durch Louis Armstrong bekannt, der es leidenschaftlich gerne spielte. Auf „Someday you ll  be sorry“ folgte sodann als einer der Höhepunkte „Midnight in Moscow“. Der Song war sehr schön intoniert. Es handelt sich um einen der populärsten Titel der russischen Estrada-Schlager und wurde auch in Europa sehr bekannt. Weitere Songs folgten, bis hin zu „Mack  the Knife“ nach einem Text von Berthold Brecht und Musik von Kurt Weill (Dreigroschenoper). Schon bei der Ankündigung ging ein Raunen durchs Publikum, vermutlich weil jeder diesen Song kennt. Ein sogenannter Ohrwurm war auch der „Wild Cat Blues“, der vor allem durch Chris Barber’s Jazzband bekannt wurde. Mit dem Song „Ain’t she sweet“ spielte sich die „Jenson Jazzband“ neuerlich in die Herzen der Zuhörerschaft. Es handelt sich um einen Pop- und Jazzstandard von Milton Ager aus dem Jahre 1927. In Deutschland ist der Song vor allem durch die Beatles bekannt geworden. „Lady be Good“ aus dem gleichnamigen Musical von George Gershwin war dann angesagt, ein Thema im Swing und im Modernen Jazz. Der Song hat 32 Takte im Tempo moderato bis schnell und ist eine der beliebtesten Jam Session-Nummern im Swing. Ihre Popularität verdankt die Nummer vor allem den Interpretationen von Lester Young und Ella Fitzgerald. Mit „The wild rose“ wurde das Publikum dann in die Pause entlassen.

Weiter gings mit Schwung und Elan nach der Pause. Einige Stücke seien herausgegriffen, zunächst der Gospel „Roll Jordan roll“. Es handelt sich um ein von versklavten Afroamerikanern erschaffenes spirituelles Lied, das aus einem Song stammt, den Isaac Watts im 18. Jahrhundert geschrieben hat und der unter Sklaven in den Vereinigten Staaten bekannt wurde. Im 18. Jahrhundert hat das Lied den Blues inspiriert und ist noch heute ein fester Bestandteil der Gospelmusik. Es folgten noch viele Jazzstandards, welche beim Publikum gut ankamen, etwa „The preacher“, „Blue moon“ oder auch „Chinatown, my Chinatown. Und natürlich fehlte es nicht an Zugaben.

Rückblick Jazz-Happening 25.05.2018

Die Jazz-Combo „Coolbreeze“ spielte auf

Zofingen/Mühlethal: 21 Jazz-Happening mit dem Jazzclub Zofingen (jcz) in der „Linde“

Klaus Plaar

Im Gasthof „Linde“ Mühlethal fand letzten Freitag vor vollem Haus das traditionelle Jazz-Happening statt, heuer zum 21. Mal. Die Besucher konnten sich von der vorzüglichen Küche des Hauses verpflegen lassen. Die Hauptsache des Abends aber war das Konzert der Jazz-Combo „Coolbreeze“aus Schaffhausen, mit Werner Lempen (tb), Hannes Debrunner (tp), Hugo Battaglia (dr), Diego Breetz (E-b), Charles Reber (p) und Silvia Müller (voc). Eine Jazz-Combo ist eine Gruppe von Jazz-Musikern (zwischen dem Trio- und dem Oktett-Format), in der jedes Instrument nur einmal vertreten ist und bei der die traditionelle Arbeitsteilung zwischen reiner Rhythmusgruppe und solistischen Bläsern so nicht mehr aufrechterhalten wird. Die Combos können als Keimzellen neuer Ideen verstanden werden, da den Musikern größtmögliche Freiheit zusteht. Im Gegensatz zu den größeren Formationen wird weniger in festen Arrangements gespielt. Gruppen des Oldtime-Jazz werden in der Regel nicht als Combo bezeichnet, da dort eine starre Teilung zwischen Melodie- und Rhythmusgruppe die Möglichkeiten zum Combo-Jazz stark einschränkt.

Jazz-Standards und viele Balladen

Andreas Krenger, Präsident des Jazzclubs Zofingen, begrüsste das überaus zahlreiche Publikum ebenso kurz wie freundlich. Zur Eröffnung spielte die Combo „Coolbreeze“ den Blues „Bag’s Groove“ von Milt Jackson. Beim nächsten Stück, dem „C-Jam Blues“ von Duke Ellington, stellte der Posaunist Werner Lempen die einzelnen Musiker vor. Ebenfalls von Duke Ellington stammte die Komposition „Don’t Get Around Much Anymore“. Dieser Song war sehr sorgfältig arrangiert und gut intoniert, durchsetzt mit guten Soli von Posaunisten und Pianisten. Die Leute klatschten auf offener Szene. Besonders gut scheinen der Combo Latin-Stücke zu liegen, Das war erstmals deutlich spürbar bei „Minha Saudade“ von Joao Donato. Dieses Stück bot nicht nur eine willkommene Abwechslung im Programm, sondern wurde auch exzellent intoniert. Hervorzuheben ist der gute Groove von Schlagzeug, Bassgitarre und Piano. Eher ein „Klassiker“ war das Lied „I Remember Clifford“ von Benny Golson, im Duo gespielt von Trompete und Piano.

Beim nächsten Song kam die Sängerin Silvia Müller erstmals auf die Bühne. Gespielt und gesungen wurde „Let’s Fall In Love“ von Cole Porter, durchsetzt von guten Soli der Instrumentalisten. Ohne Bläser wurde das Liebeslied (Ballade) „What A Difference A Day Made“ von Irving Berlin. Mit dem Welthit „Girl From Ipanema“ von Antonio Jobim kam etwas mehr Leben in die Bude. Auch bei diesem Latin-Song erwies der Schlagzeuger als sehr sattelfest. Mit dem Lied „Ain’t She Sweet“ endete das erste von drei Sets. Das Stück hat einen schnelleren Rhythmus als die Balladen und alle Musiker brillierten mit einem Solo. Für jazzigen Groove sorgte vor allem der Pianist. Es wäre noch viel zu sagen, wurden doch insgesamt 23 Titel und zwei Zugaben vorgetragen! Bei dem Titel „Cute“ im dritten Set und bei „Billie‘s Bounce“ zeigte die Combo noch einmal was sie wirklich drauf hat! Es würde den hier gegebenen Rahmen sprengen, wollte man jeden dieser Titel besprechen. Insgesamt darf man sicher sagen, dass die Jazz-Combo „Coolbreeze“ stark vom Swing beeinflusst ist. Dass es sich um tanzbaren Jazz handelt, bewies ein Paar bei dem Titel „Sway“ sehr rassig. Der Applaus war gross und zu guter Letzt wurde die Sängerin Silvia Müller mit Blumen geehrt.

Legende:

Von links: Charles Reber (p), Hannes Debrunner (tp), dann halbverdeckt: Diego Breetz (E-b), Werner Lempen (tb) und Hugo Battaglia (dr). Die Sängerin Silvia Müller stiess erst später hinzu. (K.P.)     

 
Von links: Bandleader Matthias Jenny, Ruedi Morgenthaler, Gregor Bruhin, Flavio Ferrari, Hanspeter Hotz und Daniel Sernatinger. (K.P.)

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