Rückblick Jazz-Soirée 2017
Stadtsaal Zofingen


Gewachsen, nicht gezüchtet

Zofingen Im Stadtsaal bewiesen die Künstler an der Jazz-Soirée, was es heisst, Vollblutmusiker zu sein.

Zum 21. Mal organisierte der jazzclub-zofingen die Jazz-Soirée und rund 180 Gäse folgten der Einladung in den Stadtsaal. Nach dem Apéro und während dem dreigängigen Menue wechselten sich die Mike Goetz International Jazzband und Zimis Hot Swing Quartet, gemeinsam mit den Lindyhoppers – Deliciously Different, auf den beiden Bühnen ab.

Kräftig, aber unaufdringlich läutete Zimis Hot Swing Quartet die Auftaktglocken des Abends und entführte das Publikum in die Welt der französischen Chansons und des Zigeunerjazz. Bei ihrem Auftritt bewies die Formation rund um Marcel Zimmermann durchaus Kreativität. Stevie Wonders «You Are The Sunshine Of My Life» kam auch als «jazziger Schmachtfetzen» recht eindrucksvoll daher. Untermalt wurden die musikalischen Darbietungen von den Lindyhoppers. Die sechs Tänzerinnen und Tänzer verschrieben sich dem Tanzstil der 30er Jahre, der auf den erste Blick wie absoluter Freestyle aussieht. Bei genauerer Beobachtung verstecken sich Schritte aus Jive und Samba in den Bewegungen. In erster Linie waren die Lindyhoppers eines – nämlich extem beweglich. Die Gliedmassen flogen nur so durch die Luft, die Beine schienen teilweise aus Gummi zu bestehen und die Tanztruppe strahlt eine unglaubliche Lebensfreude aus.

Traditionell und gewaltig

Nach der Vorspeise wurde es Zeit für die Mike Goetz International Jazzband. Mit extremen Schwung, als ob sie die Gebeine zur Verdauung aufrufen wollten, legte die fünfköpfige Jazzband ordentlich los.

Gewaltige Soloeinlagen des Drummers Gregor Beck und der ganze Auftakt sorgte für Begeisterung bei den Gästen. Die Leidenschaft für den Old School Jazz liegt den fünf Musikern genauso in den Knochen wie der Humor. Mit flotten Sprüchen stellte Mike Goetz seine Kollegen recht ausführlich vor. «Keine Angst, ich red normalerweise bei Konzerten nicht so viel. Aber das nächste Stück hat auch noch einen recht langen Titel», witzelte Mike Goetz. «I Can’t Believe That You’re In Love With Me» aus dem Jahr 1926 sorgte dafür, dass man vor seinem geistigen Auge verliebte Pärchen über die Tanzfläche schweben sah. Leichtfüssige Töne hüpften von Tisch zu Tisch. Die Soloeinlagen der einzelnen Musiker sorgten für überschwenglichen Applaus und sicher auch für Erstaunen. Dass ein Schlagzeuger trotz Anzug und Krawatte so dermassen Gas geben kann, hätte man wohl eher weniger vermutet.

Das Faszinierende am Jazz: Die Musiker investieren viel Herzblut, Fleiss und Leidenschaft in ihre Musik. Und sie wachsen mit den Jahren zu wahren Grössen heran. Und das rein mit der Liebe zum Jazz – ohne technischen Schnickschnack, ohne hochgezüchtete Trendverfolgung, aber dafür mit einer grossen Portion Talent. (Regina Lüthi)

Fotograf: Patrick Lüthi

Bildergalerie





 

 

Mike Goetz International Jazzband




 

 

Die Lindyhoppers brachten mit Zimi`s Hot Swing Quartett Lebensfreude und Schwung in den Abend



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