Rückblick Jazz-Weekend 2017



Zofingen, 12./13. August 2017

Lieder übers Kühe melken und Fischen

Am Wochenende ging die 20. Ausgabe des Jazz Weekends, organisiert vom jazzclub zofingen, über die Bühne der Offenen Markthalle.



Die Street Rats eröffneten den zweitägigen Jazzevent eher unkonventionell und mit viel Witz. Sänger Roby «The Rat» Wark nahm bei dem Auftritt der Band alles zur Hand, was möglich ist. Eine Mülltonne und ein Riesenpümpel unterstützte den Drummer, ein Miniwaschbrett in Form einer Krawatte mit Schneebesen sorgte ebenfalls für gute Soundeffekte. Trotz dem vielen Witz und der eigentlich eher a-typischen Stilrichtung sorgten die «Ratten» für kräftig Stimmung und heizten den Jazzfreunden so richtig ein. Auch wenn die Einschläge des Rock’n’Roll kaum zu überhören waren, fühlte man sich eher als ob man in New Orleans in einem Strassencafé sitzen würde, als mitten in Zofingen in der Offenen Markthalle. Die Mischung aus Jazz, Zydeco, Blues, Rock’n’Roll und Cajun bot genauso viel Abwechslung wie die Geschichten, die sie erzählten: vom Kühe melken über das Fischen und natürlich über Liebe, Enttäuschung und Herzschmerz. Aufgegriffen wurde ebenfalls der Mardi Gras – besser gesagt der Tag nach dem berühmten Faschingsdienstag in New Orleans. Trotz des ganzen Schalks brachten die fünf Musiker Gefühle auf den Punkt und liessen Traditionen aufleben. Aber auch mit alltäglichen Fragen beschäftigen sie sich mit ihrer Musik: «Wir haben uns immer gefragt, wieso Fische springen. Also haben wir halt ein Lied drüber geschrieben. Eine Eigenkomposition namens <Fish Jumping>», so Roby Wark. Zum Abschluss ihres Konzertes, der übrigens von lauten Begeisterungsrufen umrahmt wurde, gaben die Street Rats noch einen Song über die Roten Bohnen zum Besten - insgesamt gabs einen deftigen Eintopf aus gutem Sound.




 

Gute Laune Street Rats und die Jazzeral Jazz Band



Kontrastprogramm mit den Jazzerals.

Die Jazzeral Jazzband aus dem Berner Seenland bestritt den zweiten Teil des Abends. Mit ihrem Old Time Jazz bildeten sie ein absolutes Kontrastprogramm zu den Street Rats. Die Formation entführte das Publikum unter anderem nach Jamaika. Dass Grössen wie Louis Armstrong zu ihren Vorbildern zählen, war deutlich herauszuhören. Die internationale Jazzgrösse Bob Barton am Keyboard bereichert definitiv die Band. Dass jedem einzelnen Musiker der Jazz im Blut liegt, kam vor allem bei den zahlreichen Soloeinlagen zur Geltung.

Am Sonntag spielten die Wolverines an der Matinee. Wolverines sind bekanntlich Vielfrasse. Gefrässig war auch die Musik – hungrig nach den lauten und leisen Tönen, Fröhlichkeit und diversen Stilrichtungen bis hin zum Gospel. Die Wolverines sorgten für einen entspannten und gleichzeitig ausgelassenen Sonntagvormittag und bereicherten ihren Auftritt mit zahlreichen Anekdoten und Erlebnissen aus ihrer 60-jährigen Bandgeschichte.

Unvorhergesehene Gäste gab es übrigens auch: Die Kantonspolizei führte bei verschiedenen Anlässen am Wochenende Lautstärkekontrollen durch. In der Offenen Markthalle war jedoch alles im grünen Bereich. Andreas Krenger vom jazzclub-zofingen zog trotz des gelungenen Anlasses ein durchzogenes Fazit. «Ich hätte mir am Sonntag mehr Gäste gewünscht. Aber dadurch, dass kein Brunch mehr angeboten wurde, kamen auch weniger Leute. Das ist dann doch sehr schade.»




 

Andreas Zweifel (Geige) Roby Wark (Gesang)




 

Bob Barton




 

Jazzeral



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alogis ag